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Hochschulbibliothek / Hochschulbibliothek, Meldungen, Veranstaltung
03.06.2016

Geglückte Veranstaltung: Lesung von Randi Crott

Einen Emailletopf, eine Armbinde und einen Brustbeutel brachte Randi Crott gestern mit in die Hochschulbibliothek zu ihrer Lesung vor rund 70 Interessierten. Damit schloss sich für sie ein Kreis: diese Dinge hatte sie von ihrer Großmutter geerbt, die sich am 17. September 1944 am Düsseldorfer Schlachthof einfinden musste und von hier in das KZ Theresienstadt deportiert wurde.

Schon zum zweiten Mal besuchte sie diesen Ort. Sichtlich bewegt erzählt sie wie auf dem brachliegenden Gelände des Alten Schlachthofes zwischen Müll und Scherben nach Spuren ihrer Vergangenheit gesucht hat. Die Neunutzung des Gebäudes durch die Hochschulbibliothek und den Erinnerungsort Alter Schlachthof als Orte des Lernens, der Stille und der Bücher verbindet für Randi Crott in heilender Weise die Vergangenheit mit der Zukunft.

In ihrem Buch erzählt Randi Crott nicht nur ihre Familiengeschichte, sondern sie berichtet über die Verfolgung der Juden in Deutschland, über die deutsche Besatzung in Norwegen bis hin zu den Auswirkungen der NS-Zeit nach dem Krieg. Sie gibt nicht nur ihre persönlichen Erinnerungen wieder sondern vermittelt fast nebenbei viel geschichtliches Hintergrundwissen.

Und Randi Crott schildert immer wieder, wie es zu dem Titel ihres Buches kam: „Erzähl es niemandem!“ bat ihre Mutter, als sie ihr lange nach dem Krieg von ihren jüdischen Wurzeln berichtet. Lange Zeit traute sich Randi Crott nicht darüber zu sprechen und verdeutlicht damit ihren Lesern die Nachwirkungen des Schweigens einer ganzen Generation.

Diese gelungene Lesung fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erinnern heißt Handeln“ des Erinnerungsortes Alter Schlachthof statt. Unterstützt wurde sie durch die Buchhandlung „BiBaBuZe“ und gesponsert von Schweitzer Fachinformationen. ​